Sehr geehrter Oberbürgermeister,
liebe Bürgermeisterinnen und Bürgermeister,
liebe Anwesende,
im September vergangenen Jahres trat das erste Mal eine Person auf unsere Fraktion zu. Sie wollte über einen Fall von sexualisierter Gewalt in einem Sportverein reden.
Wir kamen ins Gespräch. Schnell war klar, dass es dringenden Handlungsbedarf gibt. In der Folge gab es viele weitere Gespräche unter anderem mit Frauenbeauftragter, Frauenhorizonte und Sportreferat. Es ging dabei um die Handlungsoptionen und Unterstützungsmöglichkeiten als Gemeinderatsfraktion.
Die Handlungsoption als GemeinderätInnen liegt in diesem Fall auf der Ebene Vorgaben für städtische Zuschüsse. Und zwar mit der Forderung nach der Erarbeitung von Schutzkonzepten bei interpersoneller Gewalt.
Über den Sportausschuss wurde auf unsere Bitte die heutige Vorlage vorbereitet. Denn es darf nicht allein vom einzelnen Verein abhängen, ob Schutzstrukturen vorhanden sind.
Die Stadt Freiburg wird den Schutz vor interpersonaler Gewalt im Sport stärken und Schutzkonzepte künftig als verbindlichen Bestandteil der Vereinsentwicklung etablieren.
Dabei geht es darum, Maßnahmen und Richtlinien zur Prävention interpersonaler Gewalt einzufordern, eine Kultur der Aufmerksamkeit zu schaffen, Schutzkonzepte zu verankern und klare Handlungsanweisungen für Verdachtsfälle festzulegen. Solche Handlungsanweisungen helfen nicht nur unmittelbar Betroffenen, sondern geben auch Vereinsverantwortlichen Orientierung und Sicherheit im Umgang mit Verdachtsfällen.
Einige Vereine haben bereits Schutzkonzepte entwickelt. Was bisher fehlt, ist eine verbindliche Regelung für alle Vereine, die städtische Sportfördermittel erhalten möchten. Genau das schaffen wir mit der heutigen Vorlage. Die Vereine bekommen ausreichend Zeit, die notwendigen Schutzstrukturen aufzubauen und sich dabei fachlich unterstützen zu lassen.
Eine übergeordnete Stelle, an die sich kleine Vereine wegen der Umsetzung wenden können, wäre darüber hinaus eine sinnvolle Ergänzung.
Wir wissen, dass Schutzkonzepte allein Übergriffe nicht verhindern können. Aber sie können dazu beitragen, Risiken frühzeitig zu erkennen, klare Handlungsmöglichkeiten zu schaffen und Betroffene besser zu unterstützen.
Unser Ziel muss sein, dass sich alle Menschen im Sport sicher fühlen können und dass diejenigen, die Gewalt erfahren, nicht allein gelassen werden.
Wir hoffen, dass dieser Ansatz der Voraussetzung zum Erhalt städtischer Gelder auch auf andere Bereiche übertragen wird. Denn wenn die Stadt öffentliche Mittel vergibt, sollte sie auch die Möglichkeit nutzen, damit verantwortungsvolle und sichere Strukturen zu stärken. Im Kulturbereich wurde hierzu ebenfalls bereits ein erster Schritt gemacht.
Vielen Dank an alle Beteiligten.