Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
die Bearbeitung von Wohngeldantragen stellt die Verwaltung immer noch vor große Herausforderungen, da die Zahl der gestellten Antrage im letzten Jahr noch einmal um 14 % gestiegen ist. Gleichzeitig wird ein erheblicher Anteil der Antrage unvollständig oder fehlerhaft eingereicht. Beides zusammen führt dazu, dass es oftmals lange dauert, bis Antragstellende einen Bescheid erhalten.
Ausdrücklich hervorheben mochten wir, dass die Stadt Freiburg auf diese Situation bereits reagiert und die personellen Kapazitäten im Bereich Wohngeld in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet hat. Auch dank der großen Anstrengungen der Mitarbeitenden ist es gelungen, die aufgelaufenen Rückstande teilweise abzubauen.
Gleichwohl bleibt die Bearbeitung schwierig und zeitintensiv- insbesondere dann, wenn Unterlagen nachgefordert werden müssen.
Gerade bei Familien mit Kindern hangen am Wohngeldantrag sehr viele Annex-Leistungen, die für die soziale Teilhabe von immenser Bedeutung sind, weshalb diese Gruppe als besonders sensibel zu betrachten ist.
Vor dem Hintergrund, der immens hohen Zahl an falschen bzw. nicht vollständigen Antragen stellt sich unserer Fraktionsgemeinschaft die Frage, wie gerade diese Gruppe gezielt darin unterstützt werden kann, vollständige Antrage abzugeben, um Bearbeitungszeiten auf Seiten der Verwaltung und die Wartezeit auf Seiten der Antragstellenden zu verringern.
In anderen Städten bestehen hierzu beispielsweise sog. ,,Welcome und Info-Center“, in denen auch Unterstützung bei der Antragstellung geleistet wird.
Wir bitten die Verwaltung daher um die Beantwortung folgender Fragen:
- Welche Ursachen sieht die Verwaltung fi.ir unvollständige Antrage?
- Welche bestehenden Beratungsangebote gibt es in Freiburg, die Beiträgerinnen bei der Antragstellung unterstützen?
- Welche zusätzlichen Beratungsangebote halt die Verwaltung fi.ir geeignet, um die Zahl fehlerhafter oder unvollständiger Antrage zu reduzieren?
- Welche Rolle konnten hierbei bereits bestehende Strukturen wie Quartiersarbeit, Sozialberatung freier Träger oder eine Ombudsstelle spielen?
- Welche personellen und finanziellen Ressourcen waren fi.ir einen Ausbau entsprechender Angebote erforderlich?
Gez.
Julia Sohne
Ludwig Striet
Walter Krögner
SPD+ JF-Fraktion
gez.
Lina Wiemer-Cialowicz
Gregor Mohlberg
Daniela Ullrich
ESFA-Fraktion