Antrag zur Info-Drucksache G-26/102, hier: Räumlichkeiten für Quartiersarbeit im Schildacker / ECA-Siedlung (Antrag nach § 34 Gemeindeordnung vom 02.03.2026)
Die unterzeichnenden Stadträt:innen beantragen:
- Der Gemeinderat beauftragt die Verwaltung, eine Drucksache zur Entscheidung über die Räumlichkeiten der Quartiersarbeit im Quartier Schildacker einschließlich der Finanzierung möglichst für den Gremienlauf des Gemeinderats am 29.09.2026 zur finalen Beschlussfassung einzubringen.
Ziel der antragstellenden Stadträt:innen und Fraktionen ist die zeitnahe Schaffung eines bedarfsgerechten Quartiersraumes (ca. 60 qm für einen Besprechungs- und Aufenthaltsraum). - Zur Erhaltung der Entscheidungsgrundlage soll zudem mit der Eigentümerin des „Pavillons für alle“ nach Möglichkeit eine realistische Kaufoption vorbehaltlich der finalen Entscheidung des Gemeinderats ausgelotet werden.
- Zur Beschlussfassung aufgearbeitet und verglichen werden sollen die folgenden Varianten:
a) Ankauf des „Pavillons für alle“, inkl. Transport, Aufbau und bedarfsgerechter Ertüchtigung;
b) Bereitstellung von bedarfsgerechten Quartiersräumen in der Kita „Schatzinsel“, inkl. aller dafür anfallenden Kosten;
c) Neuerrichtung eines baulich angepassten Gebäudes, ähnlich dem aktuellen „Pavillon für alle“, unter der Nutzung der Synergien aus der Planung des bestehenden „Pavillons für alle“.
- Mit der Freiburger Stadtbau soll nach Möglichkeit eine Vereinbarung zur Übernahme oder Beteiligung an den Kosten getroffen werden.
- Zudem wird die Verwaltung beauftragt, eine fachliche Einschätzung der Quartiersarbeit, des Lokalvereins und auch des Kita-Trägers zu den Varianten a, b und c einzuholen, deren Inhalt dem Gemeinderat mit der vorzulegenden Drucksache zur Verfügung zu stellen ist.
Begründung:
Die vorliegende Drucksache stellt einen eindeutigen sozialräumlichen Bedarf für einen Quartiersraum fest, weshalb eine zeitnahe Umsetzung zwingend angezeigt ist. Bereits bei der ursprünglichen Planung des Quartiers wurde der Bedarf eines Quartiersraums jedoch nicht berücksichtigt. Ein Versäumnis, das nun korrigiert werden muss.
Seit dem Jahr 2023 bestehen kontinuierliche Bemühungen, einen geeigneten Quartiersraum zu finden beziehungsweise ein passendes Angebot für die Quartiersarbeit zu etablieren.
Auch aufgrund der Lage des Schildackers südlich der Basler Straße, seiner räumlichen Trennung von Haslach sowie seiner spezifischen Quartiersthemen ist ein zeitnahes, quartiersbezogenes Raumangebot für Quartiersarbeit und Quartierssozialarbeit dringend erforderlich.
Der sogenannte „Pavillon für alle“ würde diese Bedarfe umfassend decken. Er ist zeitnah umsetzbar, weist ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis auf und wird sowohl von den Bewohnerinnen und Bewohnern als auch vom Lokalverein Haslach sowie der zuständigen Quartiersarbeit als sinnvoll, zweckmäßig und fachlich geeignet begrüßt.
Die in der Drucksache diskutierten Alternativen – darunter die Nutzung einer Wohnung, Containerlösungen oder Räume außerhalb des Quartiers – wurden hingegen bereits abgewogen und im Rahmen ausführlicher Beratungen im Sozial- und Bauausschuss verworfen. Gründe hierfür sind unter anderem hohe Kosten, mangelnde Zweckmäßigkeit sowie fehlende Bedarfsorientierung.
Die von der Verwaltung spät eingebrachte Option einer Raumteilung des Bewegungsraums in der Kita könnte eine weitere Option sein, wirft aber weitere Fragen auf, etwa hinsichtlich eines möglichen Verlustes an Bewegungsfläche, Nutzungsüberschneidungen und unzureichender Größe. Auch diese Option muss daher nochmals fachlich und finanziell aufgearbeitet und entscheidungsreif vorbereitet werden.
Ergänzend soll auch die Möglichkeit einer Neuerrichtung eines baulich angepassten Gebäudes – ähnlich dem bestehenden „Pavillon für alle“ und unter Nutzung vorhandener Planungssynergien – geprüft werden, insbesondere für den Fall, dass der aktuelle Pavillon nicht mehr zur Verfügung steht und ein Neubau gegebenenfalls wirtschaftlicher realisierbar ist.
Zur Sicherstellung einer fairen Kostenverteilung soll zudem die Beteiligung der Freiburger Stadtbau an den finalen Umsetzungskosten geprüft und angefragt werden. Für eine fundierte, fachliche und bedarfsorientierte sozialräumliche Bewertung durch den Gemeinderat sind darüber hinaus Stellungnahmen des Kita-Trägers, der Quartiersarbeit sowie des Lokalvereins erforderlich.
Unterzeichnende Stadträt:innen und Fraktionen:
Gregor Mohlberg, Co-Fraktionsvorsitzender Eine Stadt für alle
Lina Wiemer-Cialowicz, Co-Fraktionsvorsitzende Eine Stadt für alle
Daniela Ullrich, Stellv. Fraktionsvorsitzende Eine Stadt für alle
Julia Söhne, Fraktionsvorsitzende SPD+JF
Dr. Ludwig Striet, Stadtrat SPD+JF
Hannes Wagner, Stadtrat Bündnis90/Die Grünen
Passar Bamerni, Stadtrat Bündnis90/Die Grünen
Sophie Schwer, Fraktionsvorsitzende Bündnis90/Die Grünen
Felicia Fehlberg, Fraktionsvorsitzende FR4U
Sophie Kessl, Stadträtin FR4U